Interview mit Studiendekanin Prof. Dr. Michaela Golić

Traumberuf in der Medizin? Neben dem klassischen Beruf als Arzt, Ausbildung oder Studium in der Pflege und nichtärztlichen Therapieberufen, gibt es auch einen Berufszweig, der hierzulande noch relativ unbekannt ist – der Physician Assistant (PA)!

Dieser praxisorientierte Bachelor-Studiengang bereitet auf ein bei uns völlig neu geschaffenes Berufsbild vor, das von der Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung unterstützt wird und in Ländern wie den USA oder den Niederlanden seit Jahrzehnten etabliert ist.

Weshalb der PA bei uns erst jetzt an Fahrt aufnimmt, welche Vorbehalte es bislang gab und welche Chancen und Möglichkeiten dieser neue Beruf sowohl Absolventen*innen als auch Kliniken, Praxen und anderen medizinischen Einrichtungen bietet, erklärt Prof. Dr. Michaela Golić, Studiendekanin B.Sc. Physician Assistance an der HSD, im Interview.


Was genau verbirgt sich hinter dem Studium und Beruf eines PA?
Michaela Golić: Physician Assistants arbeiten Hand in Hand mit Ärzt*innen. Sie entlasten Mediziner*innen bei anspruchsvollen delegierbaren Routineaufgaben und tragen dazu bei, die Patientenversorgung – auch qualitativ – zu verbessern. Damit ist der Studiengang beispielsweise eine Alternative für Menschen, die sich für ein Medizinstudium interessieren, aber die lange Ausbildungszeit scheuen oder aber wegen der Zulassungsbedingungen keinen Studienplatz erhalten. Das Studium ist auch eine Möglichkeit für Menschen mit einer Ausbildung und entsprechender Berufserfahrung, die sich weiterqualifizieren möchten.


Im (europäischen) Ausland gibt es dieses Berufsbild schon lange. Weshalb kommt er bei uns in Deutschland erst jetzt?
Golić: Das liegt zum Teil daran, dass sich das deutsche Gesundheitssystem signifikant von anderen unterscheidet. Viele Gesundheitssysteme sind weniger arztzentriert als das deutsche. So ist es etwa in anderen Ländern üblich, dass Aufgaben, wie zum Beispiel Sonografie-Untersuchungen, von nicht-ärztlichem Personal übernommen werden, die bei uns nur von Ärzt*innen durchgeführt werden. Oder dass man in der Apotheke frei verkäuflich Medikamente erhält, für die man in Deutschland ein ärztliches Rezept benötigt.
Das hängt auch mit unserem Ausbildungssystem zusammen. Hier kann man für eine ärztliche Laufbahn studieren oder eine Ausbildung im Pflegebereich absolvieren. In anderen Ländern muss viel häufiger studiert werden, um eine vergleichbare Qualifikation wie deutsche Pflegekräfte zu haben. Die Trennung zwischen Akademikern und Ausbildungsberufen im Gesundheitsystem ist dort weniger deutlich. In Deutschland setzt – auch bedingt durch den Fachkräfte- und Ärztemangel – eine ähnliche Entwicklung ein.


Welche Chancen haben die Absolventen*innen auf dem Arbeitsmarkt bzw. wie sieht die Zukunft des PAs in Deutschland aus?
Golić: Momentan gibt es in Deutschland rund 1.000 Physician Assistants. Es findet bereits eine Vernetzung statt. So gibt es so gibt es neben dem deutschen Hochschulverband Physician Assistant e.V. (DHPA), der Deutschen Gesellschaft für Physician Assistants e.V. (DGPA)auch bereits den Bundesverband der Physician Assistant Studierenden Deutschland (BVPAD), der übrigens von drei PA-Studierenden der HSD gegründet wurde.
Natürlich wird es dauern, bis sich der Beruf flächendeckend etabliert hat. Aber wie andere Berufszweige ist auch das Gesundheitswesen stetigen (Weiter)Entwicklungen und Änderungen unterworfen. Deswegen ist es nur eine Frage der Zeit. Die meisten Hochschulen in Deutschland bieten momentan nur den Bachelor-Studiengang an, in anderen Ländern wird PA auch als Masterstudium angeboten. Hier werden wir in den kommenden Jahren sicherlich nachziehen.


Zur Person

Prof. Dr. Michaela Golić, 1983 in München geboren, ist seit 2018 Studiengangsleitung B.Sc. Physician Assistance und seit September 2019 Professorin für PA an der HSD Hochschule Döpfer in Köln.

Bereits während ihres Medizinstudiums verbrachte Golić mehrere Studien- und Forschungsaufenthalte in Australien, den USA und Norwegen. Neben ihrer beruflichen Laufbahn als Assistenzärztin und später Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe an der Charité in Berlin war sie in der Forschung tätig.


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