Ringvorlesung Rettungswissenschaften 2026
Wissen rettet Leben – und Wissenschaft entwickelt die Rettung von morgen.
Auch im Jahr 2026 bündeln die Fliedner Fachhochschule und die HSD Hochschule Döpfer ihre Expertise, um mit der gemeinsamen Ringvorlesung Rettungswissenschaften neue Maßstäbe im fachlichen Austausch zu setzen. In einer Zeit, in der das Rettungswesen vor tiefgreifenden Veränderungen durch Akademisierung, Personalengpässe und neue technologische Möglichkeiten steht, bietet diese monatlich stattfindende Veranstaltungsreihe eine Plattform für evidenzbasierte Diskussionen und innovative Lösungsansätze.
Ein breites Themenspektrum für die gesamte Branche
Unsere Experten beleuchten im Jahr 2026 die Vielseitigkeit der Rettungswissenschaften – weit über die rein medizinische Versorgung hinaus. Das Programm schlägt die Brücke zwischen Theorie und Praxis und widmet sich unter anderem folgenden Schwerpunkten:
- Bildung & Rollenverständnis: Wie gelingt der Übergang erfahrener Kräfte in die Notfallsanitäter-Ausbildung und wie fördern wir eine professionelle Identität?
- Patientensicherheit & Kommunikation: Welche Rolle spielen Geschlechterwahrnehmungen in der Pädiatrie oder strukturierte Feedbacksysteme an der Schnittstelle zur Klinik?
- Gesundheit & Ethik: Wir diskutieren aktuelle Forschungsergebnisse zu Ergonomie im Einsatzalltag sowie die Entwicklung eines neuen Ethikkodex für den Rettungsdienst.
Wissenschaft für alle zugänglich
Die Ringvorlesung richtet sich gleichermaßen an Studierende und Absolventen rettungswissenschaftlicher Studiengänge, aktive Rettungs- und Notfallsanitäter, medizinisches Fachpersonal sowie an interessierte Laien, die einen Blick hinter die Kulissen der modernen Notfallmedizin werfen möchten.
Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Sascha Bechmann (Fliedner Fachhochschule) und Prof. Dr. Thomas Hofmann (HSD Hochschule Döpfer) teilen renommierte Dozierende ihr Wissen in einem interaktiven Online-Format.
Die Fakten auf einen Blick:
- Wann: Monatlich (Termine siehe unten)
- Wo: Bequem von überall per Online-Teilnahme
- Kosten: Die Teilnahme ist für Sie kostenfrei
- Anmeldung: Erforderlich über die jeweiligen Veranstaltungslinks
Tauchen Sie mit uns ein in die Welt der Rettungswissenschaften und gestalten Sie die Zukunft der präklinischen Versorgung aktiv mit. Wir freuen uns auf Sie!
Veranstaltungen der Ringvorlesung Rettungswissenschaften
15:30 - 17:00 Uhr
Der Vortrag thematisiert ergonomische Belastungen im rettungsdienstlichen Alltag vor dem Hintergrund sinkender Verweildauer im Beruf und zunehmender Personalengpässe. Obwohl technische Unterstützungssysteme wie elektrohydraulische Fahrtragen inzwischen weit verbreitet sind, bestehen weiterhin körperliche Beanspruchungen jenseits klassischer Hebe- und Tragesituationen. Im Fokus stehen bislang wenig beachtete Belastungsfaktoren sowie deren Erfassung mittels objektiver Messdaten. Der Beitrag zeigt auf, wie ergonomische Risiken identifiziert und Arbeitsabläufe gezielt optimiert werden können, um langfristig Gesundheit und Einsatzfähigkeit im Rettungsdienst zu fördern.
Joachim Wilms, B.A.
Joachim Wilms ist Absolvent des Bachelorstudiengangs Pädagogik für den Rettungsdienst an der Fliedner Fachhochschule Düsseldorf. In seiner Bachelorarbeit widmete er sich empirisch dem Thema Ergonomie im Rettungsdienst und untersuchte ausrüstungsbedingte körperliche Belastungen im Einsatzalltag. Er verbindet rettungsdienstliche Praxiserfahrung mit berufspädagogischer Perspektive und setzt sich insbesondere für gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen sowie eine evidenzbasierte Weiterentwicklung der Ausbildung angehender Notfallsanitäter:innen ein. Er ist Praxisanleiter im Rettungsdienst und verbindet in seiner Funktion akademisches Denken mit praktischem Handeln.
15:30 - 17:00 Uhr
Prof. Dr. Markus Rothhaar und Maike Theis B.A. sind Teil einer interprofessionellen Forschungsgruppe an der HSD Hochschule Döpfer, die im Rahmen eines Delphi-Verfahrens an der Erstellung eines Ethikkodexes für das deutsche Rettungsdienstpersonal arbeitet. Die Referent:innen stellen hierzu Hintergründe, Notwendigkeiten und den aktuellen Arbeitsstand des Projektes vor.
Prof. Dr. Markus Rothhaar
Prof. Dr. Markus Rothhaar ist Professor für Angewandte Ethik an der HSD Hochschule Döpfer in Potsdam und lehrt in den Bereichen Medizinpädagogik, Physician Assistant, Pflegewissenschaften und Rettungswissenschaften. Zuvor hatte er eine Stiftungsprofessur für Angewandte Ethik mit Schwerpunkt Bioethik an der KU Eichstätt-Ingolstadt inne und war anschließend als Gastprofessor für Ethik und politische Philosophie an der Universidade Federal do Ceará in Brasilien tätig. Inhaltlich befasst er sich insbesondere mit Grundfragen der Angewandten Ethik, Bioethik und der Bedeutung von Menschenwürde in der medizinischen Praxis.
Maike Theis, B.A.
Maike Theis ist Notfallsanitäterin und schloss 2025 den Studiengang Medizinpädagogik (B.A.) an der HSD Hochschule Döpfer ab. In ihrer Bachelorarbeit analysierte sie Ethikkodizes aus dem Gesundheitswesen als Grundlage für die Entwicklung eines Ethikkodexes für den Rettungsdienst.
15:30 - 16:15 Uhr
Der Vortrag beleuchtet die Bedeutung strukturierter Feedbacksysteme zwischen Rettungsdienst und Klinik für Diagnosesicherheit und Qualitätsmanagement in der Präklinik. Anhand aktueller Befunde wird aufgezeigt, in welchem Ausmaß präklinische Verdachtsdiagnosen mit klinischen Enddiagnosen übereinstimmen – und welche Risiken sich aus Abweichungen ergeben. Im Fokus stehen Rückmeldeprozesse als Instrument der Qualitätssicherung, der professionsübergreifenden Kommunikation und der kontinuierlichen Kompetenzentwicklung. Der Beitrag diskutiert, wie Feedbacksysteme dazu beitragen können, Versorgungsqualität nachhaltig zu verbessern und lernende Strukturen im Rettungsdienst zu etablieren.
Prof. Dr. Regina Wiedemann
Prof. Dr. Regina Wiedemann ist Professorin in den berufspädagogischen Studiengängen an der Fliedner Fachhochschule Düsseldorf mit Schwerpunkten in qualitativer Forschung, Qualitätsmanagement sowie der Entwicklung und Evaluation patientenzentrierter Versorgungskonzepte. Nach ihrer Ausbildung und mehrjähriger Tätigkeit als Pflegefachkraft studierte sie Pflegewissenschaft an der Universität Witten/Herdecke und arbeitete viele Jahre im Qualitätsmanagement. 2017 promovierte sie an der Universität Witten/Herdecke zum Dr. phil. In Lehre und Forschung befasst sie sich insbesondere mit Versorgungsqualität und professionsbezogener Reflexion entlang der gesamten Versorgungskette – von der Präklinik über die klinische Versorgung bis zur Nachsorge. Als ausgewiesene QM-Expertin bringt Prof. Wiedemann eine zentrale interprofessionelle Perspektive in die Rettungswissenschaften ein, insbesondere mit Blick auf Schnittstellenmanagement, Kommunikation und nachhaltige Qualitätssicherung.
Die Ringvorlesung Rettungswissenschaften 2026 ist eine Gemeinschaftsveranstaltung von:

