Vergangene Woche durften wir an der HSD einen besonderen Gast begrüßen: Kathrina Edenharter, Mitglied im siebenköpfigen Präsidium des Deutschen Pflegerats (DPR). Auf Einladung von Prof. Dr. Iris Schneider und Prof. Dr. Thomas Gehr gab sie den Studierenden exklusive Einblicke in die aktuelle Pflegepolitik und die strategische Arbeit des DPR. Als zentrale Dachorganisation der Pflegeverbände in Deutschland ist der DPR die Stimme von etwa 1,7 Millionen Pflegenden und Hebammen. Er vertritt deren Interessen direkt gegenüber der Bundespolitik und gestaltet die Zukunft des Gesundheitssystems aktiv mit.
Kathrina Edenharter berichtete eindrucksvoll, dass sich in der Pflege derzeit so viel bewegt, wie schon lange nicht mehr. Ein zentraler Meilenstein sei dabei das Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung (BEEP). Für die Berufsgruppe wäre dies, so Edenharter, ein entscheidender Schritt nach vorn, da Pflegefachpersonen nun endlich die Handlungskompetenzen erhalten würden, die ihrer tatsächlichen Qualifikation entsprechen. Die Übertragung heilkundlicher Aufgaben steht damit auf einem soliden gesetzlichen Fundament, mit dem klaren Ziel, eine Versorgung zu gewährleisten, die sich an einer nachweisbaren Expertise orientiert.
Auch für das Jahr 2025 hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) weitere tiefgreifende Reformen auf dem Weg gebracht. Ein Kernpunkt für die Pflege ist das Einführungsgesetz für Pflege- und Gesundheitsexpert*innen: Hierbei soll das Master-Berufsbild der Advanced Practice Nurse (APN) gesetzlich verankert und mit erweiterten berufs- und sozialrechtlichen Kompetenzen ausgestattet werden. In der ambulanten Versorgung ist die Primärversorgung ein Ziel, hier ist es unabdingbar, dass Pflege eine zentrale Rolle spielt und auf Augenhöhe mitentscheidet.
In der anschließenden Diskussion mit den Studierenden wurde deutlich, dass das Image der Pflege sowohl vor Ort als auch gesamtgesellschaftlich gestärkt werden sollte. Für angehende Fachkräfte sei es essenziell, sich zu informieren, auszutauschen, zu vernetzen und kontinuierlich weiterzubilden. Kathrina Edenharter gab den Studierenden einen klaren Appell mit auf den Weg: „Setzt euch vor Ort für die Pflege ein und engagiert euch in den Berufsverbänden. Nur wenn wir uns organisieren, bekommt die Pflege die starke politische Stimme, die sie verdient. Politik passiert nicht einfach, wir müssen sie aktiv mitgestalten!"
Wir danken Kathrina Edenharter herzlich für diesen inspirierenden Austausch. Es ist eine bedeutsame Zeit, um mit einem Pflegestudium die Versorgung von morgen sowohl politisch als auch fachlich mitzuprägen.
Sie finden mehr Infos zum Deutschen Pflegerat auf dessen Website. Auf der Studiengangswebsite des B.Sc. Pflege gibt es weitere Informationen zu diesem Bachelorstudiengang an der HSD.












