Wo stehen Physician Assistants heute? Rückblick auf den 4. PA-Talk

Am 26. November stand beim 4. PA-Talk der HSD die Zukunft des Berufsbildes Physician Assistant (PA) im Mittelpunkt. Unter der Moderation von Prof. Dr. Henning Kunter diskutierten Expert*innen aus Klinik, Praxis, Management und Gesundheitspolitik mit den Teilnehmenden über aktuelle Chancen, Herausforderungen und notwendige Rahmenbedingungen für die weitere Etablierung der Profession.

Den Auftakt machte Prof. Dr. Jörg Christian Brokmann (Uniklinik Aachen) mit einem Einblick in die klinische Praxis. Er zeigte auf, wie PAs in der Notaufnahme gezielt zur Entlastung des ärztlichen Dienstes beitragen können und welche organisatorischen Voraussetzungen – etwa klare Delegationsregeln, Kompetenzerfassung und regelmäßige Evaluation – hierfür entscheidend sind.

Anschließend berichtete Franziska Kruse (B.Sc.), Physician Assistant in der Notaufnahme Aachen und Studienberaterin an der HSD, aus ihrem Berufsalltag. Sie unterstrich die Bedeutung transparenter Kommunikation im interprofessionellen Team und betonte die Rolle kontinuierlicher fachlicher Weiterentwicklung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

Aus der Perspektive der ambulanten Versorgung beleuchtete der Hausarzt und HSD-Professor Dr. Guido Feyder, wie PAs dazu beitragen können, die hausärztliche Versorgung angesichts des demografischen Wandels langfristig zu stabilisieren. Besonderes Potenzial sah er in den Bereichen Delegation, Praxisorganisation und Prävention – vorausgesetzt, rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen werden weiterentwickelt.

Einen ökonomischen und gesundheitspolitischen Fokus brachte Prof. Dr. Tobias Kaltenbach, ehemaliger Klinikvorstand und heutiger Berater, in die Diskussion ein. Er ordnete die Rolle der PAs in die aktuelle Krankenhauslandschaft ein, verwies auf die zunehmenden finanziellen Belastungen vieler Häuser und zeigte auf, wie PAs – bei klar definierten Verantwortungsbereichen – einen wichtigen Beitrag zur Entlastung leisten können, ohne ärztliche Weiterbildung zu beeinträchtigen.

Zum Abschluss nahm Dr. Sven Dreyer, Präsident der Ärztekammer Nordrhein, eine gesundheitspolitische Einordnung vor. Er hob hervor, dass neue Versorgungsmodelle angesichts des Fachkräftemangels evidenzbasiert weiterentwickelt werden müssen. Der 4. PA-Talk machte deutlich, dass PAs in vielen Bereichen des Gesundheitssystems bereits heute unverzichtbare Aufgaben übernehmen – gleichzeitig jedoch weiterhin strukturelle, finanzielle und rechtliche Anpassungen notwendig sind.

Die HSD Hochschule Döpfer dankt allen Referentinnen, Referenten und Teilnehmenden für die engagierte Diskussion und freut sich auf den weiteren fachlichen Austausch in kommenden Veranstaltungen.

Weitere Informationen zum B.Sc. Physician Assistance an der HSD finden Sie auf der Studiengangswebsite.

Wenn Sie Interesse daran haben, am nächsten PA-Talk teilzunehmen (der Termin steht noch nicht fest), schreiben Sie uns gerne eine Mail.

Durch den Abend führte Prof. Dr. Henning Kunter von der HSD Hochschule Döpfer.