Wenn Belastung zum Alltag wird
Warum bleiben manche Menschen auch in belastenden Situationen psychisch stabil, während andere stärker unter Stress leiden? Mit dieser Frage beschäftigte sich Ceren Ersoy in ihrer Bachelorarbeit im Studiengang Psychologie, die von Sofia Hohmann betreut wurde. Im Fokus ihrer Untersuchung standen die psychologischen Schutzfaktoren Resilienz und Emotionsregulation sowie deren Bedeutung für das subjektive Wohlbefinden.
Der Weg zur Forschungsfrage
„Mich hat interessiert, warum manche Menschen trotz hoher Belastung psychisch stabil bleiben, während andere stärker unter Stress leiden. Gerade vor dem Hintergrund zunehmender Anforderungen im Studium, Beruf und Alltag wollte ich untersuchen, welche Rolle psychologische Schutzfaktoren wie Emotionsregulation und Resilienz für das Wohlbefinden spielen“, erklärt die Absolventin.
155 Teilnehmende, vier zentrale Faktoren
Für ihre Bachelorarbeit führte Ceren Ersoy eine quantitative Online-Querschnittsstudie mit 155 deutschsprachigen erwachsenen Teilnehmenden durch. Mithilfe standardisierter Fragebögen wurden subjektives Stresserleben, Wohlbefinden, Resilienz und Emotionsregulation erfasst. Die Auswertung erfolgte mittels Korrelations-, Regressions- und Moderationsanalysen.
Resilienz als Schlüssel zum Wohlbefinden
Die Ergebnisse zeigen, dass Resilienz einen wichtigen Beitrag zum allgemeinen Wohlbefinden leistet. Besonders bedeutsam war der Befund, dass Resilienz den Zusammenhang zwischen Stress und Wohlbefinden abschwächen kann: Personen mit höherer Resilienz berichteten auch bei stärkerem Stresserleben über ein besseres Wohlbefinden. Emotionsregulation stand zwar ebenfalls in relevanten Zusammenhängen mit den untersuchten Variablen, erreichte jedoch nicht in allen Modellen statistische Signifikanz. Auffällig war insbesondere, dass die Strategie der emotionalen Unterdrückung (Suppression) mit einem höheren Stresserleben verbunden war. Darüber hinaus zeigte eine explorative Analyse, dass männliche Teilnehmende ein höheres Wohlbefinden angaben als weibliche oder diverse Teilnehmende, während das Alter keinen erkennbaren Einfluss hatte.
Wichtigster Erkenntnisgewinn?
Für Ceren Ersoy liegt die wichtigste Erkenntnis ihrer Arbeit in der besonderen Bedeutung von Resilienz: „Für mich war besonders eindrücklich, dass Resilienz nicht bedeutet, keinen Stress zu erleben. Vielmehr scheint sie dabei zu helfen, trotz Stress psychisch stabiler zu bleiben und das eigene Wohlbefinden besser zu schützen.“
Impulse für Studium, Beruf und Alltag
Die Ergebnisse unterstreichen auch die praktische Relevanz des Themas. Resilienz und Emotionsregulation sind nicht nur wissenschaftliche Konzepte, sondern Fähigkeiten, die im Alltag, im Studium und im Berufsleben eine wichtige Rolle spielen. Die Arbeit verdeutlicht, wie bedeutsam Präventionsangebote, psychologische Aufklärung und gesundheitsfördernde Maßnahmen sein können, um Menschen frühzeitig im Umgang mit Stress zu stärken.
Derzeit ist die Bachelorarbeit nicht öffentlich zugänglich. Bei Fragen zu den Befunden steht Ceren Ersoy gerne per E-Mail zur Verfügung.
Über das Studium: B.Sc. Psychologie - Vollzeitstudium in 6 Semestern











