
HSD-Workshop zum Assessment-Center am Goethe-Gymnasium Regensburg
Wie gestaltet sich ein Assessment-Center als strukturiertes Personalauswahlverfahren, und welche Anforderungen ergeben sich daraus für Bewerber*innen? Mit dieser Fragestellung setzte sich ein Workshop auseinander, den die HSD in der letzten Schulwoche vor den Sommerferien am Goethe-Gymnasium Regensburg durchführte. Rund 150 Schüler*innen des Abiturjahrgangs 2026 nahmen daran teil. In wechselnden Kleingruppen erprobten sie sich sowohl in der Rolle der Bewerber*innen als auch der Beobachter*innen und reflektierten im Anschluss gemeinsam ihre Erfahrungen.
Wer bin ich, was kann ich?
Durchgeführt wurde der Workshop von Michaela Hewig, Diplom-Psychologin und Studienbereichsleiterin Psychologie an der HSD. „Es lohnt sich, bewusst Zeit für die Identitätsfindung zu nehmen: zu klären, was einen ausmacht und worin die eigenen Stärken liegen – und wo sich das im Alltag, in der Schule oder im Kontakt mit Freunden zeigt. Diese Selbstreflexion erleichtert später auch die Studien- oder Berufswahl", erläuterte Hewig. Damit richtete sie den Blick nicht allein auf das Auswahlverfahren als solches, sondern auf die vorgelagerte Selbstreflexion, die eine fundierte Studien- und Berufsorientierung erst ermöglicht.
Diagnostik zwischen Postkorb und Konfliktsimulation
Einleitend ordnete Hewig das Assessment-Center fachlich ein: als strukturiertes Beurteilungsverfahren, mit dem Unternehmen vor allem für höhere Positionen und Ausbildungsplätze geeignete Kandidat*innen identifizieren – üblicherweise über ein bis drei Tage, mit Einzel- und Gruppenaufgaben unter Beobachtung mehrerer Assessor*innen und mit dem Ziel, sowohl fachliche Kompetenzen als auch soziale und persönliche Fähigkeiten zu erfassen. Anhand der Postkorb-Übung, bei der unter Zeitdruck mehrere widersprüchliche Aufgaben gleichzeitig zu bewältigen sind, sowie einer simulierten Konfliktsituation mit einem unzufriedenen Kunden veranschaulichte sie, wie Organisationstalent, Kommunikationsstärke und Entscheidungsfähigkeit diagnostisch erfasst werden.
Zwischen Selbstbewusstsein und Zurückhaltung
Im anschließenden Praxisteil ordneten die Schüler*innen anhand einer vorgegebenen Adjektivliste ihre eigenen Stärken und Entwicklungsfelder zu und stellten diese einem Beobachterteam vor. Dabei zeigte sich, wie anspruchsvoll dieser scheinbar einfache Schritt tatsächlich ist. So stellte eine Schülerin fest, dass es keineswegs trivial sei, die eigenen Stärken selbstbewusst zu benennen, ohne dass dies als Arroganz missverstanden werden könnte. Ein anderer Mitschüler wiederum bemerkte, wie viel Fingerspitzengefühl es erfordere, die eigenen Entwicklungspotenziale – „was möchte ich noch erreichen" – so zu formulieren, dass sie nicht als Schwäche interpretiert werden.
Ein ganzer Jahrgang in doppelter Rolle
Eine Besonderheit des Workshops lag darin, dass nicht einzelne Berufstätige, sondern ein gesamter Jahrgang von rund 150 Schüler*innen zeitgleich sowohl die Perspektive der Bewerber*innen als auch der Beobachter*innen einnahm und sich anschließend in kleinen „Flüstergruppen" gegenseitig Rückmeldung gab. Für die Teilnehmenden eröffnete die Veranstaltung die konkrete Möglichkeit, das eigene Vokabular zur Beschreibung von Stärken und Entwicklungsfeldern zu erproben und zu schärfen – eine Erfahrung, auf die sie im Rahmen künftiger Auswahlverfahren, aber auch bei klassischen Bewerbungsgesprächen zurückgreifen können.
Zum Studienangebot: B.Sc. Psychologie


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