
HSD beim Bundeskongress Schulsozialarbeit 2026: Bildungsungleichheit professionell begegnen
Am vergangenen Wochenende fand an der Universität Hildesheim der Bundeskongress Schulsozialarbeit 2026 statt. Rund 60 Teilnehmer*innen diskutierten aktuelle Herausforderungen, Perspektiven und Forschungsansätze zur Schulsozialarbeit in Deutschland. Für die HSD nahmen Prof. Dr. Matthias Blum und Prof. Dr. Andrea Gergen teil. Der Bundeskongress Schulsozialarbeit richtete sich an Fachkräfte, Forschende und alle Interessierten, die in einem interdisziplinären Austausch praxisorientierte Lösungen und innovative Impulse für eine zukunftsfähige Schulsozialarbeit entwickeln möchten. Im Mittelpunkt des Kongresses standen vier zentrale Themenfelder, die für das professionelle Handlungsfeld der Schulsozialarbeit wegweisend sind: Armut und Gerechtigkeit, Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), Digitalisierung und Digitalität sowie Professionalität in der Schulsozialarbeit. An dem zweitägigen Kongress engagierten sich insgesamt etwa 600 Teilnehmende.
Im Themenfeld „Armut und soziale Gerechtigkeit“ beleuchtete Prof. Dr. Blum in seinem Vortrag „Habitus- und Haltungssensibilität als Kompetenzanforderung an professionelles Handeln im Bildungswesen – der Beitrag der Schulsozialarbeit zum Abbau von Bildungsungleichheit“ die strukturellen Ursachen von Bildungsungleichheit. Aufbauend auf dem Bildungsbericht 2024 zeigte er auf, wie familiäre, schulische und regionale Faktoren weiterhin die Bildungschancen junger Menschen beeinflussen.
Blum argumentierte, dass Habitus- und Haltungssensibilität zentrale Kompetenzen professioneller Akteur*innen im Bildungswesen darstellen. Eine empathische, ressourcenorientierte und beziehungsstärkende Haltung trage dazu bei, Bildungsbarrieren zu erkennen und abzubauen. Schulsozialarbeit, so Blum, könne Habitussensibilität schulkulturell verankern und multiprofessionelle Teams dazu anregen, eigene Handlungsspielräume zu reflektieren und zu erweitern.
In der anschließenden Diskussion standen Fragen der Kooperation zwischen Lehrkräften, Sozialarbeiter*innen, Erzieher*innen und Psycholog*innen im Mittelpunkt. Erfolgreiche Zusammenarbeit, so die Erkenntnis, setzt Kontextsensitivität, gegenseitiges Vertrauen und institutionelle Rückendeckung voraus – idealerweise bereits in der Ausbildung.
Prof. Dr. Andrea Gergen nutzte den Kongress, um sich mit Kolleg*innen und Fachinitiativen zu vernetzen, darunter Vertreter*innen des Kooperationsverbunds Schulsozialarbeit sowie der Landesarbeitsgemeinschaft Sozialarbeit an Schulen Brandenburg e.V..
Zum Abschluss des Kongresses wurde die „Hildesheimer Erklärung“ vorgestellt. Darin formulieren Fachvertreter*innen sechs zentrale Forderungen, um Schulsozialarbeit als professionelles, nachhaltiges und zukunftsorientiertes Angebot für alle jungen Menschen abzusichern. Die Erklärung ist online abrufbar: Erklärung des Bundeskongresses Schulsozialarbeit 2026 in Hildesheim.
HSD-Studium B. A. Soziale Arbeit mit Schwerpunkt “Professionell Handeln in Kita und Schule”: B.A. Soziale Arbeit (berufsbegleitend Online-Live, dual oder Präsenz in Potsdam)
Prof. Dr. Matthias Blum (HSD) beleuchtet in seinem Vortrag „Habitus- und Haltungssensibilität als Kompetenzanforderung an professionelles Handeln im Bildungswesen – der Beitrag der Schulsozialarbeit zum Abbau von Bildungsungleichheit“ die strukturellen Ursachen von Bildungsungleichheit. Foto: Gergen (HSD).


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