HSD-Absolventin Elisa Tribulowski gewinnt Posterpreis auf dem IFK-Wissenschaftstag

Die Physiotherapeutin und HSD-Absolventin Elisa Tribulowski wurde beim 22. IFK‑Tag der Wissenschaft in Buxtehude mit dem Posterpreis ausgezeichnet. Die Abkürzung IFK steht für „Interessengemeinschaft freiberuflicher Krankengymnasten“ und geht auf die ursprüngliche Bezeichnung des heutigen Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten e.V. zurück. Prämiert wurde ihre Bachelorarbeit mit dem Titel „Bewegungstherapeutische Interventionen bei Menstruierenden mit primärer Dysmenorrhoe“, die sie als Studienabschluss im Studiengang B.Sc. Angewandte Therapiewissenschaften verfasst hat und von Prof. Dr. Tobias Braun betreut wurde.

Wenn Schmerzen den Alltag bestimmen: Was ist primäre Dysmenorrhoe?

Primäre Dysmenorrhoe bezeichnet schmerzhafte Menstruationen ohne erkennbare organische Ursache und ist eine häufige Ursache für eingeschränkte Lebensqualität. Da medikamentöse Behandlungen nicht immer ausreichend sind oder nicht von allen Betroffenen gewünscht werden, gewinnt die Erforschung nicht‑medikamentöser Ansätze wie Bewegungs- und Physiotherapie an Bedeutung. Bewegungstherapie und physiotherapeutische Interventionen zielen darauf ab, funktionelle Beschwerden zu lindern, muskuläre Dysbalancen zu korrigieren und das Schmerzmanagement durch aktive Selbstwirksamkeit zu verbessern. 

Wie gut wird Forschung berichtet? 

In ihrer Arbeit untersuchte Elisa Tribulowski verschiedene bewegungstherapeutische Maßnahmen, wie gezielte Kräftigungs‑ und Dehnprogramme. Das Ziel des systematischen Reviews war es, die Qualität und Vollständigkeit der Berichterstattung (Reporting Quality) bewegungstherapeutischer Interventionen in randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) zur primären Dysmenorrhoe zu untersuchen. Eine hohe Reporting Quality ist in klinischen Studien entscheidend, weil nur vollständig und transparent berichtete Ergebnisse zuverlässig beurteilt, repliziert und auf die Versorgung übertragen werden können. Für die klinische Praxis bedeutet das: Ärztinnen und Therapeuten können Interventionen besser einordnen und evidenzbasiert anwenden. Für die Forschung bildet gute Berichterstattung die Grundlage für Vergleichbarkeit und den strukturierten Ausbau des Wissens. 

Auszeichnung durch das Fachpublikum

Die Gewinner*innen der Posterpreise werden am IFK-Tag der Wissenschaft durch die Besucher*innen im Rahmen der Posterausstellung per Abstimmung ermittelt. 

Prof. Dr. Tobias Braun freut sich mit der Preisträgerin: „Ich gratuliere Elisa Tribulowski ganz herzlich zu diesem verdienten Posterpreis. Die Auszeichnung unterstreicht die Bedeutung praxisnaher Forschung in der Physiotherapie und im Bereich der Frauengesundheit an der HSD.“ Weiter führt er aus: „Zugleich zeigt diese Arbeit, wie bedeutsam eine sorgfältige und transparente Berichterstattung für die Qualität und Aussagekraft klinischer Forschung ist. Gerade bei methodisch anspruchsvollen Interventionsstudien ist eine hohe Reporting Quality entscheidend, um Ergebnisse verlässlich einordnen und für die Praxis nutzbar machen zu können.“

Auch die HSD gratuliert Elisa Tribulowski zu dieser ganz besonderen Anerkennung und bedankt sich bei allen Beteiligten, die die wissenschaftliche Nachwuchsförderung beim IFK‑Tag ermöglichen.

Zum Studium B.Sc. Angewandte Therapiewissenschaften an der HSD: Studium: B.Sc. Angewandte Therapiewissenschaften

Elisa Tribulowski mit Urkunde vor ihrem prämierten Poster beim 22. IFK Tag der Wissenschaft in Buxtehude. Foto: Elisa Tribulowski

Von links oben nach rechts unten: Ute Repschläger (IFK-Vorstandsvorsitzende), Brigitte Heine-Goldammer (stellv. Vorsitzende des IFK), Fabian Strate, Rieke Bekel, Lina Engelkamp, Sandy Vanessa Schlie, Elisa Tribulowski, Sabrina Friehe, Claudia Günzel, Katja Mattes, Maike Wochner. Urheber: IFK e.V.