Die HSD hat zum 2. Mal den Frick-Forschungs-Förderpreis verliehen – eine Auszeichnung, die zu Ehren von Prof. Dr. Uli Frick, dem Gründungsdekan der Psychologie an der HSD, vergeben wird. Gewürdigt werden Studierende, die mit herausragender wissenschaftlicher Qualität und einem kreativen Forschungsansatz überzeugen.
Preisträgerin 2025 ist Daniela Friedrich für ihre Masterarbeit mit dem Titel „Untersuchung der Einflüsse verschiedener Coach-Profile auf die Auswahlentscheidung im technischen Umfeld“.
In ihrer Arbeit befasst sich Friedrich mit der Frage, nach welchen Kriterien Coaches ausgewählt werden – und ob sich Muster erkennen lassen, die insbesondere bei Personen aus technischen Berufsfeldern, wie etwa Ingenieur*innen, eine Rolle spielen. Dabei wurde auch untersucht, ob für diese Zielgruppe berufliche Erfahrungen der Coaches im technischen Umfeld ein entscheidendes Auswahlkriterium darstellen.
Für die Studie hat Daniela Friedrich 69 Personen aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen befragt. Mittels einer Conjoint-Analyse konnten mehrere Auswahlkriterien gleichzeitig betrachtet werden. Die Ergebnisse zeigen, dass Entscheidungen über Coaches meist durch das Zusammenspiel mehrerer Merkmale bestimmt werden, ohne dass sich ein einzelnes dominantes Kriterium eindeutig herauskristallisiert. Die qualitative Analyse verdeutlicht zudem, dass viele Teilnehmende der persönlichen Passung und der wahrgenommenen „Chemie“ besondere Bedeutung beimessen. Diese Erkenntnisse sind sowohl für die Coaching-Praxis als auch für die wissenschaftliche Forschung von Relevanz, da sie den Blick auf die Mehrdimensionalität und Individualität von Entscheidungsprozessen schärfen.
Auszüge aus der Masterarbeit von Daniela Friedrich:
„Zusammenfassend legen die Ergebnisse nahe, dass technische Fach- und Führungskräfte bei der Coach-Auswahl kein einzelnes dominantes Kriterium heranziehen“, heißt es in der Arbeit. „Stattdessen erfolgt die Entscheidung in Abwägung verschiedener Merkmale, wobei insbesondere Ausbildung, Erfahrung und Empfehlungen eine Rolle spielen, ohne dass sich ein klarer systematischer Effekt statistisch absichern ließ. Vor allem die qualitative Analyse unterstreicht, dass für viele Teilnehmende die persönliche Passung und die wahrgenommene ‚Chemie‘ ausschlaggebend sind. Dies hat große Auswirkungen sowohl auf die Praxis als auch die weitere Forschung, da neben formalen Qualifikationen auch Aspekte wie die persönliche Passung systematisch in die Auswahl einbezogen werden sollten."
„Ich hätte zu Beginn meines Studiums der Ingenieurpsychologie an der HSD nicht gedacht, einmal für meine Forschung ausgezeichnet zu werden “, sagt die Preisträgerin. „Umso mehr freue ich mich über diese Auszeichnung und dass dadurch die wichtige Schnittstelle zwischen Technik und Psychologie sichtbar wird, die ich persönlich so spannend finde. Als Ingenieurin möchte ich immer alles ganz genau verstehen - egal ob es nun um Rohrleitungen oder um Entscheidungsprozesse bei der Coaching Auswahl geht. Mein besonderer Dank gilt meiner Erstbetreuerin Prof. Dr. Charlotte Malycha, die mich während der Arbeit nicht nur fachlich, sondern auch persönlich unterstützt hat."
Wissenschaftliche Schlussfolgerungen auf hohem Niveau
„Bei der Betreuung der Arbeit war es sehr schön zu sehen, wie Daniela Friedrich immer tiefer in den Prozess der wissenschaftlichen Analyse eingetaucht ist“, sagt Prof. Dr. Charlotte Malycha, Erstbetreuerin der Arbeit. „Ausgehend von Beobachtungen in ihrem Alltag hat sie Fragestellungen abstrahiert, kreative Lösungen für komplexe Herausforderungen gefunden und präzise untersucht. Es war auch schön zu sehen, wie sie es geschafft hat, auf hohem Niveau wissenschaftliche Schlussfolgerungen zu ziehen, die sowohl für die Forschung als auch für die Praxis sehr relevant sind. Zusätzlich beeindruckend war, dass sie all dies neben ihrer beruflichen Tätigkeit umgesetzt hat. Sie hat mich mit ihrem Engagement, ihrem Leistungswillen aber auch und vor allem mit der hohen Qualität ihrer Ergebnisse begeistert. Es war eine reine Freude, sie bei diesem Weg zu begleiten, sie zu stützen und zu sehen, wie sie sich entfaltet."
Im Rahmen eines digitalen Kolloquiums des HSD-Forschungszentrums präsentierte die frisch gekürte Preisträgerin am Dienstag ihre Forschungsergebnisse. Der Vizepräsident für Forschung und Leiter des HSD-Forschungszentrums, Prof. Dr. Andreas Liebl, gratulierte Friedrich herzlich: „Sie haben etwas geschafft, das alles andere als selbstverständlich ist. Sie konnten zwei unabhängige Gutachter von der hohen Qualität Ihrer Forschung überzeugen, die beide Ihre Arbeit als herausragend bewertet haben.“ Mit ihrem Thema hat Daniela Friedrich zugleich ein Forschungsdesiderat aufgedeckt. Anstatt die Wirksamkeit von Coachingprozessen zu untersuchen, legte sie den Fokus auf das technische Umfeld und die Auswahlkriterien von Coaches.












