Thomas Hofmann, Studiendekan des Studiengangs B.Sc. Rettungswissenschaften an der HSD Hochschule Döpfer, war beim Kooperationspartner DRK Mannheim zu Gast. Unter dem Titel „Professionalisierung und Akademisierung im Rettungsdienst. Wo geht die Reise hin?“ bot er fachliche Impulse und leitete fundierte Diskussionen.
An der Fortbildung im Haus des Partners nahmen Notfall- und Rettungssanitäter*innen sowie Führungskräfte und Praxisanleiter*innen teil. Inhalte waren u. a. die präzise Einordnung der Begriffe Profession, Professionalisierung und Akademisierung, der aktuelle Stand der Professionalisierung sowie ein Ausblick auf künftige Entwicklungen.
Thematisiert wurden die Begriffe Profession, Professionalisierung und Akademisierung, der aktuelle Entwicklungsstand sowie künftige Perspektiven. Historische und systemische Dimensionen professioneller Strukturen wurden mit Blick auf Merkmalsmodelle wie abstraktes Wissen, Autonomie oder berufsständische Normen diskutiert. Dabei stand sowohl die individuelle Haltung als auch die kollektive Dimension professionellen Handelns entlang von Haltung, Verhalten, Kultur und Struktur im Mittelpunkt.
Zentrale Meilensteine im deutschen Rettungsdienst, von der Einführung der RettAss-Ausbildung (1989) über die NotSan-Ausbildung (2014) bis zur eingeschränkten Heilkundeerlaubnis nach § 2a NotSanG (2021) und die BtMG/BtMVV-Integration (2023), wurden eingeordnet. Ebenso fanden die jüngsten Empfehlungen der Regierungskommission zur fachbezogenen Heilkundeerlaubnis für akademisierte NotSan (2023) sowie die ersten rettungswissenschaftlichen Studiengänge ab 2024 Beachtung.
Chancen der (Teil-)Akademisierung wurden an internationalen Evidenzen illustriert: Höhere Akademisierungsgrade in Gesundheitsberufen korrelieren mit mehr Patient*innensicherheit, Qualität und Berufszufriedenheit. Gleichzeitig kamen mögliche Risiken zur Sprache – etwa Akzeptanzfragen, uneinheitliche Ausbildungswege oder Sorge vor Überqualifikation. Hofmann betonte, dass niemand eine Vollakademisierung fordere. Bereits heute verfügen rund 72 Prozent der NotSan-Auszubildenden über (Fach-)Abitur. Ziel sei es, Laufbahn- und Entwicklungspfade zu stärken und die Versorgung zu verbessern.
Interaktive Elemente – darunter eine Umfrage zu Kompetenz- und Rollenbildern sowie die Einordnung im Deutschen/Europäischen Qualifikationsrahmen – förderten den Austausch zwischen Praxis, Ausbildung und Wissenschaft. Im Ausblick machte Hofmann deutlich: „Forschung und (Teil-)Akademisierung sind logische Schritte im Professionalisierungsprozess und stärken die gesamte Berufsgruppe.“
Die HSD Hochschule Döpfer dankt dem DRK Mannheim für die Einladung und den intensiven Austausch – ein Beispiel gelebter Kooperation, die den Rettungsdienst zukunftsfähig gestaltet.
Zum Studienangebot: B.Sc. Rettungswissenschaften
Infos für Interessierte an einer Kooperation mit der HSD: Kooperationen
Über den Kooperationspartner: Startseite - Kreisverband Mannheim e.V.












