Wir freuen uns, Dr. Lara Calasso als neu berufene Gastprofessorin für Psychologie bei uns an der HSD herzlich willkommen zu heißen. Sie lehrt unter anderem in den Modulen Psychologische Diagnostik, Diagnostische Praxis, Forschungsmethoden, Multivariate Methoden, Masterkolloquium, Empirische Datenerhebung und - auswertung.
1. Was möchten Sie als Gastprofessorin an der HSD bewegen?
Mir ist es besonders wichtig, die Distanz zwischen Lehrenden und Studierenden zu verringern und eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe zu ermöglichen. Ich möchte eine Lernatmosphäre schaffen, in der sich Studierende trauen, Fragen zu stellen, eigene Gedanken einzubringen und auch offen anzusprechen, wenn sie etwas noch nicht verstanden haben oder Unterstützung benötigen. Schwierigkeiten gehören für mich zum Lernprozess dazu und sollten nicht versteckt werden müssen.
Dabei soll das Studium nicht nur als Vorbereitung auf Prüfungen verstanden werden. Ich möchte den Studierenden vermitteln, dass sie vor allem für sich selbst lernen: für ihre persönliche Weiterentwicklung, ihre fachliche Identität und ihre späteren beruflichen Möglichkeiten. Mein Ziel ist es, Neugier und intrinsische Motivation zu fördern. Besonders schön finde ich es, wenn Studierende im Laufe ihres Studiums entdecken, welche Themen sie wirklich begeistern und in welche Richtung sie sich weiterentwickeln möchten. In der Lehre begegnen wir uns nicht nur in unseren jeweiligen Rollen, sondern vor allem als Menschen.
2. Für welche Forschungsgebiete begeistern Sie sich?
Meine Interessen liegen an der Schnittstelle zwischen psychologischer Beratung, Arbeits- und Organisationspsychologie sowie psychologischer Diagnostik. Besonders faszinieren mich psychologische Beratung und Business Coaching, da hier wissenschaftliche Erkenntnisse unmittelbar in die Praxis übertragen werden können und Menschen in ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung begleitet werden.
Ein weiterer Schwerpunkt meiner Arbeit ist die psychologische Diagnostik, insbesondere im Kontext von Assessment- und Development-Centern. Darüber hinaus beschäftige ich mich intensiv mit neuen Formen der Zusammenarbeit und Führung, beispielsweise Topsharing, Co-Leadership und Jobsharing. Mich interessiert, unter welchen Bedingungen solche Modelle erfolgreich funktionieren, wie sich passende Tandems finden lassen und welche Kompetenzen eine gelingende gemeinsame Führung ermöglichen. Auch Ansätze aus der Klinischen Psychologie und der Beratungspsychologie fließen in meine Arbeit ein. Insgesamt begeistern mich vor allem Themen, bei denen Wissenschaft nicht abstrakt bleibt, sondern einen konkreten Mehrwert für Menschen und Organisationen schafft.
3. Ihre berufliche Station vor Ihrer Gastprofessur an der HSD?
Vor meiner Gastprofessur war ich bei der Avenir Group, einem Schweizer Beratungsunternehmen, tätig. Dort arbeitete ich vor allem im Bereich der psychologischen Diagnostik und begleitete Assessment- und Development-Center. Parallel dazu habe ich mich selbstständig gemacht. Heute bin ich in der Unternehmensberatung tätig, unter anderem zu den Themen Topsharing, Co-Leadership sowie Assessment und Development. Außerdem biete ich psychologische Beratung für Einzelpersonen an. Diese Verbindung aus Lehre, Forschung, Beratung und praktischer Arbeit ist für mich besonders bereichernd: Die Erfahrungen aus der Praxis fließen in meine Lehrveranstaltungen ein, während wissenschaftliche Erkenntnisse meine Beratung prägen.
4. Ihr Freizeit-Aktivitäten?
In meiner Freizeit reise ich sehr gerne nach Griechenland. Dort genieße ich besonders die Zeit am Meer, das warme Klima und das Gefühl, etwas Abstand vom Alltag zu gewinnen. Ich gehe gerne an den Strand, mache Yoga und habe vor Kurzem begonnen, traditionelle griechische Tänze zu lernen. Außerdem koche ich leidenschaftlich gerne. Für mich ist Kochen sowohl kreativ als auch entspannend und natürlich eine wunderbare Möglichkeit, Zeit mit anderen Menschen zu verbringen.
5. Riskieren wir einen Blick auf Ihren Nachtisch – was liegt aktuell dort?
Auf meinem Nachttisch würde man wahrscheinlich das Buch „Mehr als ein Wunder – Lösungsfokussierte Kurztherapie“ finden. Der lösungsfokussierte Ansatz fasziniert mich, weil er den Blick nicht ausschließlich auf Probleme richtet, sondern vor allem auf Ressourcen, Ausnahmen und mögliche nächste Schritte.
Daneben liegen dort Kopfhörer für einen Psychologie-Podcast. Ganz frei von fachlichen Themen ist mein Nachttisch also meistens nicht. Das passt aber zu mir, denn psychologische Beratung, Lehre und die Begleitung von Menschen sind für mich nicht einfach nur ein Beruf. Ich möchte auch meinen Studierenden vermitteln, wie wichtig es ist, einen beruflichen Weg zu finden, der den eigenen Interessen und Werten entspricht und auf dem man sich langfristig weiterentwickeln kann.
6. Wenn Sie uns ein „heimliches“ Laster verraten dürften, dann wäre das…?
Ich habe eine Schwäche für gutes Essen... Teilweise kann ich mich nur schwer stoppen, wenn vor mir ein leckerer Teller Pasta liegt.
Hier erfahren Sie mehr Informationen über den beruflichen Werdegang von Dr. Lara Calasso und ihre Publikationen.











