Digitale Kinder- und Jugendarbeit im Fokus: HSD beim bildungspolitischen Forum in Cottbus

Als Vertreterin der HSD Hochschule Döpfer nahm Prof. Andrea Gergen am bildungspolitischen Forum zur „Digitalen Kinder- und Jugendarbeit“ an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg teil. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Bedeutung digitale Bildungs- und Beteiligungsangebote für die Praxis der Sozialen Arbeit und für die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften haben. Das Forum, organisiert vom Landesfachverband Medienbildung Brandenburg (lmb e. V.) in Kooperation mit der BTU Cottbus-Senftenberg, brachte Vertreter:innen aus Wissenschaft, Politik und Praxis zusammen, um über Chancen, Grenzen und notwendige Rahmenbedingungen digitaler Kinder- und Jugendarbeit in Brandenburg zu diskutieren.

Zentrale Themen waren die Integration digitaler Lebenswelten junger Menschen in die Kinder- und Jugendarbeit sowie die strukturellen Voraussetzungen, die Kommunen und freie Träger dafür benötigen. In seiner Eröffnung wies Dr. Florian Kerkau (lmb e. V.) darauf hin, dass digitale Entwicklungen sich nicht an analoge Verwaltungslogiken anpassen – vielmehr müssten sich Strukturen, Ressourcen und Professionen an die veränderten Realitäten junger Menschen orientieren.

Die Keynote von Georg von Rechenberg (Landesjugendring Mecklenburg-Vorpommern e. V.) verdeutlichte, dass „digitale Jugendarbeit“ nicht mit rein virtuellen Angeboten gleichzusetzen ist. Vielmehr handelt es sich um einen organisationsbezogenen Transformationsprozess, der Ansprache, Beteiligungsformate und auch den Einsatz KI-gestützter Tools in Beratung und Prävention umfasst. Hier knüpft die HSD an: Die Hochschule entwickelt seit Längerem digitale und immersive Lernumgebungen – etwa Virtual Reality für Fallarbeit, Gesprächsführung oder Krisensimulation – und integriert diese in die Lehre, um Studierende frühzeitig medienpädagogisch, sozialräumlich und datenschutzsensibel auszubilden.

In der anschließenden Podiumsdiskussion unter dem Motto „Das Internet – immer eine Reise wert. Doch wohin genau geht die Reise der digitalen Kinder- und Jugendarbeit in Brandenburg?“ wurde die Spannung zwischen kommunalen Sparzwängen, wachsenden gesellschaftlichen Erwartungen und zunehmenden antidemokratischen Tendenzen thematisiert. Vertreter:innen aus Politik (u. a. BSW Brandenburg) und Praxis betonten die Notwendigkeit verstetigter Finanzierung, gezielter Qualifizierung der Fachkräfte und politisch klar benannter Zielgruppen. Die HSD hob die Rolle von Hochschulen als Transferpartner hervor – sowohl für wissenschaftliche Begleitung als auch für die Entwicklung praxisnaher Fort- und Weiterbildungsangebote.

Prof. Andrea Gergen zog ein positives Fazit: „Wer morgen professionelle Kinder- und Jugendarbeit leisten will, muss heute lernen, digitale Räume als pädagogische Räume zu denken. Unsere Studierenden begegnen jungen Menschen künftig in Jugendclubs, in Messenger-Gruppen, Games, Social Media oder in virtuellen Beratungssettings. Darauf bereiten wir sie vor – praxisnah, forschungsbasiert und in Kooperation mit Akteur:innen vor Ort.“